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Schorfheide

Nachwuchs in der Schorfheide Foto: Michael Engel

Naturparadies Schorfheide - Wald- und Seengebiet im Amt Joachimsthal (Schorfheide)

 

Buchwald

Buchenwald Grumsin

Entstehung

Die Landschaft wurde im Wesentlichen durch die letzte Eiszeit (Weichseleiszeit) mit Endmoränen, Sandern, Seen, Dünen etc. geprägt. Erst allmählich bildete sich nach dem Abtauen des Eises Vegetation aus. Die Waldbilder entwickeln sich im Laufe der Zeit zu heute vorzufindenden Kiefern, Eichen, Buchen und Mischwäldern.

Die Schorfheide, mit ihrer fast 900 jährigen nachweisbaren Geschichte, liegt etwa
65 km nordöstlich von Berlin im Land Brandenburg und das Amt Joachimsthal (Schorfheide) befindet sich mittendrin. Der Name Schorfheide leitet sich nach Ansicht von Sprachwissenschaftlern aus dem Niederdeutschen bzw. Flämischen von „Rauhe Heide" ab und war auf ein kleines Gebiet innerhalb der großen Werbellinschen Heide beschränkt. Später bezeichnete man das Waldgebiet um den Werbellinsee als Schorfheide. Die Grenzen der damaligen Stiftung Schorfheide bezeichnete den Umfang relativ gut. Die Bewirtschaftung der Schorfheide setzte schon früh durch den brandenburgischen Kurfürsten ein. Holzverkauf aber auch Brennholznutzung erfolgte. Holzkohle, Holzteer und auch Pottasche wurde durch die Bewohner erzeugt. Eine nicht unwesentliche Einnahme brachte die Waldweide (Schafe, Pferde und Rinder) sowie die Mast von Schweinen im Eichen- oder Buchenwald für die Kurfürsten und Könige.

 

Die Schorfheide ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands.

 

Naturschutz und Jagd

Wild in der Schorfheide

Wild in der Schofheide

Foto: Michael Engel

Die Schorfheide bzw. die Große Werbellinische Heide war seit Askanischer Zeit Jagdgebiet brandenburgischer  Markgrafen, Kurfürsten, Könige, Kaiser und weitere Regierende bis 1990. Holz- und Waldordnungen der Kurfürsten schränkte die Jagdrechte einfacher Leute ein, wodurch ein gewisser Artenschutz erreicht wurde. 1930 wurden Teile der Schorfheide von der Regierung in Potsdam unter Schutz gestellt. Ab 1935 entstand die

Stiftung Schorfheide und vergrößerte sich bis 1941. Mit der Bildung des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin 1990 mit seinen Schutzzonen, insbesondere den Kernzonen, steht das Gebiet unter besonderen Schutz. Von der jaglichen Nutzung der jeweiligen Machthaber zeugen mehrere Orte, welche zum Teil der Öffentlichkeit zugänglich sind. Zu nennen ist das Jagdschloss Hubertusstock welches zwischen 1847 bis 1849 errichtet wurde. (mehr) Auch in der Zeit der Weimarer Republik waren die Repräsentanten begeisterte Jäger, wovon das Jagdhaus des Reichspräsidenten zeugt. (mehr)

 

Mit dem Ende der Weimarer Republik requirierten die neuen Machthaber die Schorfheide für sich und erbauten Carinhall, von dem heute außer den beiden Torhäusern nichts mehr sichtbar ist. (mehr)

 

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der späteren Einrichtung des Sonderjagdgebietes Schorfheide setzte sich die Tradition fort, dass die Schorfheide den Herrschenden als Jagdrevier dient. Genutzt wurden jedoch eigene neuerrichtete Jagddomizile. 

 

Erst mit der Wende, der Übernahme des Waldes in die Landesforstverwaltung Brandenburg und der letztlich erfolgten Einrichtung des Biosphärenreservates Schorfheide–Chorin endete die ausschließliche jagdliche Nutzung durch die jeweils Regierenden in unserem Land. Die Schorfheide ist nunmehr vielseitig erlebbar und steht bei Inanspruchnahme der Angebote des Landesbetriebes Forst auch nicht privilegierten Jägern offen.

Fischadler über dem Grimnitzsee

Fischadler über dem Grimnitzsee

Foto: Klaus-Herrmann Mewes

Orte

Das eigentliche Zentrum der Schorfheide ist die Oberförsterei  Grimnitz mit der Stadt Joachimsthal. Die Schorfheide an sich ist dünn besiedelt. Groß Schönebeck kann man als Tor zur Schorfheide verstehen. Andere Städte, wie Eberswalde, Angermünde, Templin oder Zehdenick liegen außerhalb der Schorfheide.

 

Verkehrsanbindungen

  • vom Berliner Ring auf die A11
  • Ausfahrt Finowfurt, Werbellin, Chorin, Joachimsthal
  • mit der Niederbarnimer Eisenbahngesellschaft (RB63) von Eberswalde nach Joachimsthal
  • mit der Niederbarnimer Eisenbahngesellschaft (Heidekrautbahn) vom S- Bahnhof- Karow nach Groß Schönebeck
  • mit dem Fahrrad auf den Radweg Berlin- Usedom oder anderen Radwegen
  • mit einem Boot zum Werbellinsee