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Sagenumwobene Bäume

Blutschuldbuche

Ist das Laub von Bäumen und Sträuchern gefallen, gibt der Wald manchmal Geheimnisse frei, an denen wir sonst ahnungslos vorbei gehen. So zum Beispiel nahe dem Kaiserbahnhof an der Straße Richtung Golzow. Im Vorbeifahren, beim Überqueren des Neuen Grabens, etwa dort, wo sich Bahnlinie und Straße am nächsten kommen, ist nur wenige Meter vom rechten Fahrbahnrand entfernt die Ruine einer einst mächtigen Buche zu erkennen. Es sind die sterblichen Reste der Blutschuldbuche. Nur noch wenige Jahre können wir sie betrachten. - Bald wird nichts mehr von ihr zu sehen sein.

Sicherlich ist der Name der Buche auf ein grausames Ereignis zurück zu führen, das hier vor vielen Jahren stattgefunden haben kann. Wir wissen es jedoch nicht. Herr Kurt Kretschmann, der Vater der Naturschutzeule, vermutet, dass der Name auf die Befreiungskriege von 1813/14 gegen Napoleon zurückzuführen sein könnte.

 

Rote Buche

Über eine weitere sagenumwobene Buche berichtet A. Girzalsky in seinem Buch „Der Werbellin“ (1931): „Zwischen Joachimsthal und dem Werbellinsee steht ein Baum, der die `rote Buche` genannt wird. Als 1542 das Kloster Chorin aufgelöst wurde, wanderten der Sage nach die Mönche mit ihren Schätzen aus. Die umliegenden Bauern wollten die Mönche um diese Schätze erleichtern und legten sich in den Hinterhalt. Als nun die Mönche ahnungslos vorüber wollten, stürzten sich die Bauern auf sie. Doch die Klosterbrüder wehrten sich tapfer ihrer Haut und die Bauern suchten mit blutigen Köpfen ihr Heil in der Flucht. Einige Räuber aber gelangten in Gefangenschaft. Als nach einigen Tagen bei einigen der Bauern der Mut wiedergekehrt war, wagten sie sich an den Platz des Überfalls. Da fanden sie ihre Brüder um den Baum sitzend, den Kopf jedoch im Schoß haltend. Man begrub die Leichen an dieser Stelle, und der Baum heißt seitdem die `rote Buche` “.

Die Rote Buche soll in den Mörderbergen gestanden haben. Der genaue Standort ist unbekannt.

 

Hornisseneiche

In der Sage „Die Diebe vom Schloss Grimnitz“ wird von einem großen Gelage auf der Burg Grimnitz berichtet, bei dem auch zwei Mönche aus Chorin zugegen waren.

Als zur fortgeschrittenen Stunde keiner mehr so richtig den Überblick hatte, entwendeten sie zahlreiche Schmuckstücke und verschwanden. Dem Hausherren fiel jedoch der Verlust auf und er sandte bewaffnete Reiter aus. Die beiden Mönche bemerkten ihre Verfolger und versuchten zu entkommen. Eilig warfen sie den Schmuck weg und versteckten sich in einer hohlen Eiche.

Damit entkamen sie zwar ihren Verfolgern, aber nicht der gerechten Strafe: Hornissen, die in dem alten Baum ihr Nest hatten, stachen beide tot. Ihre Hilferufe blieben ungehört.

 

In alten Schriften wird über einen Schmuckdiebstahl im Jahre 1582 auf  der Burg Grimnitz berichtet.

Viele Jahre später, etwa um die Jahrhundertwende, soll in Joachimsthal eine gewaltige hohle Eiche gefällt worden sein. Als sie prasselnd zu Boden fiel, soll man in ihrem Inneren zwei menschliche Skelette gefunden haben.

 

Um 1900 ließ Wilhelm Rieck dort, wo heute der Netto-Markt steht, Wald roden, um ein Sägewerk zu errichten. Diesen Wald, in dem auch stattliche Eichen und Buchen standen, nannte man damals „Nesten Heide“. Danach erhielt dieser kleine Höhenrücken den Namen „Riecks Berg“. Könnte die Hornisseneiche etwa an der Stelle gestanden haben?

 

 

Heimatverein Joachimsthal 

AG „Geschichte und Legenden“

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